Quartalsbericht 02/2015

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Aktienmärkte leiden unter Griechenlandkrise

Im Streit um die griechischen Schulden pokert Athen weiter. Die IWF-Rate wird nicht zurückgezahlt, stattdessen werden weitere Milliarden an Hilfen beantragt. Die Märkte reagieren nervös und zeigen zeitweise ein deutliches Minus.

DAX: -8,5%

Insgesamt gab der DAX in Q2 rund 8,5% nach. Ein Grund ist die Griechenlandkrise. Deutsche Banken sehen diese jedoch gelassen. 2012 kostete sie der Schuldenschnitt noch rund 20 Milliarden Euro. Aktuell liegt ihr Engagement mit 19 Milliarden Euro zwar auf dem nahezu gleichen Niveau. Laut Bundesbankstatistik entfallen davon jedoch rund 15 Milliarden auf die staatliche Förderbank KfW. In der Summe stehen für die deutschen Institute noch rund vier Milliarden im Feuer. Bei der Deutschen Bank waren es im Juni 2,03 Milliarden Euro, bei der Commerzbank 300 Millionen Euro.


„Seltsam“ und „nicht akzeptabel“ – so nannte Varoufakis jüngst die europäischen Forderungen. Trotz hektischer Bemühungen hinter den Kulissen geht Griechenland weiter auf Konfrontationskurs und setzt dabei sogar auf ein Referendum. Ein „Nein“ durch das Volk scheint hier sehr wahrscheinlich. Ganz sicher ist aber, dass Griechenland auf weitere Hilfszahlungen angewiesen ist, da es seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann. So wurde die Rate an den IWF in Höhe von 1,5 Milliarden nicht beglichen. Griechenland ist damit das erste entwickelte Land, das seine IWF-Schulden nicht fristgerecht zurückzahlt.

Auch wenn ein Grexit nicht der wahrscheinlichste Ausgang der Krise ist, haben die Märkte gelitten. Der DAX verlor in der letzten Woche des dritten Quartals knapp vier Prozent. Auf Quartalsbasis liegt der Verlust bei 8,5%. Investmentbanker gehen sogar davon aus, dass ein negativer Ausgang der Finanzkrise noch nicht komplett eingepreist sei.

USA: Vorsichtiger Optimismus

Der aktuelle Konjunkturbericht der US-Notenbank (Beige Book) zeigt leichten Optimismus. Für Q2 wird wieder ein BIP-Anstieg erwartet. Auch die Arbeitslosenquote der USA zeigt mit 5% eine positive Tendenz. Als problematisch wird der starke US-Dollar gesehen, der amerikanische Exporte verteuert. Das Handelsdefizit stieg im vergangenen Jahr auf über 500 Milliarden US-Dollar. Insgesamt sieht das Beige Book die amerikanische Wirtschaft als langsam, aber stetig wachsend an. Ob das für eine baldige Zinserhöhung ausreicht ist zwar fraglich. Dennoch mehren sich die Stimmen derer, die diese zumindest im Herbst für wahrscheinlich halten.

Multi Asset Lösungen

Die Eskalation der Griechenlandkrise zeigt, wie sensibel die Märkte reagieren. Daran ändert auch nichts, dass die Politik die Folgen eines möglichen Grexits als gering und beherrschbar einschätzt. In den USA sieht die Notenbank die Wirtschaft auf einem positiven Kurs, so dass die seit längerem ins Spiel gebrachte Zinswende durchaus in greifbare Nähe rückt. Für Anleger bieten sich hier Multi Asset Fonds und vermögensverwaltende Lösungen an. Diese agieren proaktiv auf Marktänderungen.

Kapitalflucht in Griechenland

Die griechischen Banken leiden unter der massiven Kapitalflucht. Seit 2010 haben sich die Einlagen massiv verringert. Lagen diese im Juni 2010 noch bei 294 Milliarden Euro, sind sie im Mai 2015 bereits auf 170 Milliarden gesunken – eine Situation die sich weiter verschärft.

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